Wissenschaft und Bildung Japans

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Japan mehr und mehr zum Innovationsvorreiter in Sachen Wissenschaft gewandelt. Vor allem in der Informationstechnologie und der Mikroelektronik liegt das fernöstliche Land weit vorn. Die rasante wissenschaftliche Entwicklung ist unter anderem der Regierung zuzuschreiben, die den wissenschaftlichen Vorsprung als einen Hauptstützpfeiler ihrer Politik deklariert hat. So werden unter anderem große Summen in den Bau und Erhalt modernster Forschungszentren investiert. Auch das Bildungssystem ist darauf ausgerichtet, elitäre Forscher und Entwickler auszubilden und Talente gezielt zu fördern.

Beginn im Kindergarten

In der Regel beginnt die Bildung in Japan mit dem Kindergarten. Hier werden den Kindern die ersten sozialen Kompetenzen beigebracht, großer Wert wird dabei auf Gruppenarbeiten gelegt. In Vorbereitung auf die Schulzeit lernen die Kinder den Respekt gegenüber Erwachsenen und Disziplin. Wie jede Bildungsstufe in Japan beginnt und endet die Kindergartenzeit mit einer feierlichen Zeremonie, in der dem Kind eine Aufnahme- bzw. Abschlussurkunde überreicht wird.

Die Grundschule

Straffer Lehrplan, viel Gruppenarbeit sind Merkmale des Unterrichts an japanischen Schulen - Foto: © paylessimages - Fotolia.com

Hat das Kind das 6. Lebensjahr erreicht, wechselt es vom Kindergarten in die Grundschule, welche 6 Jahre dauert. Die Möglichkeit, Klassen zu überspringen oder sitzenzubleiben, gibt es hier nicht. Der Schulalltag ist von einem straffen Unterricht geprägt, allerdings wird Rücksicht auf die lernschwächeren Schüler genommen. Zusätzlich besuchen viele Grundschüler nach der letzten Stunde noch Nachhilfe- und Übungsveranstaltungen, die bis spät abends dauern können. In Japan hat ein Lehrer wesentlich größeren Einfluss auf die Erziehung der Schüler als in europäischen Schulen. Dies ist verbunden mit mehr Freiraum, was das Verhängen von Disziplinarmaßnahmen betrifft. Allerdings werden Lehrer auch für Fehlverhalten der Schüler verantwortlich gemacht, welches diese außerhalb der Unterrichtszeiten zeigen. Jede Schule besitzt eine Parents-Teachers-Association (PTA), welche sich aus jeweils 2 Eltern jeder Schulklasse zusammensetzt. Diese kann auf viele Bereiche des Schulalltags Einfluss nehmen, wie z.B. Lehrpläne oder Raumzuteilungen für Arbeitsgemeinschaften. Die regelmäßige Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern ist ein fester Bestandteil des Bildungssystems. Einmal im Jahr besuchen die Klassenlehrer das Zuhause ihrer Schüler, um sich einen Überblick über die Lebensbedingungen zu verschaffen und den Eltern gegebenenfalls Ratschläge zu geben.

Mittel- und Oberschule

Nachdem der Schüler die Grundschule beendet hat, wechselt er in die drei Jahre dauernde Mittelschule. Auch hier besteht keine Regelung, dass er ein Jahr wiederholen könnte. Allerdings ist das dritte Jahr auf die Aufnahmeprüfung für die Oberschule ausgelegt, welche für die meisten Schüler obligatorisch ist.

Die Oberschule kann mit den letzten drei Jahren des Gymnasiums in Deutschland gleichgesetzt werden. Sie soll den Schüler auf die Aufnahmeprüfungen für die Universitäten vorbereiten. Hierbei wählt der Schüler mehrere Universitäten aus und legt bei diesen die Aufnahmeprüfung ab. Von den Universitäten, bei denen er die Aufnahmeprüfung besteht, wird in der Regel die am höchsten angesehene ausgewählt.